Chronik der Unruhen in Bangkok - Teil 1

von Dr. Volker Wangemann

03.04.2010

Laut "The Nation" plant Veera Musigapong, einer der Anführer der "Roten" einen Marsch auf das Hauptbüro der NACC (National Anti-Corruption Commission=Nationale Anti-Korruptionskommission). Dabei würde er als Anführer auch den Einsatz von Feuer zur Erstürmung der Büros befürworten, da die NACC seiner Meinung nach zweierlei Maß bei der Durchsetzung von Recht anwende. Veera sagte auch, daß die Protestler u.U. auch Gewalt anwenden müssten, um einen neuen Staat zu erzwingen. Ebenfalls nach einer Meldung von "The Nation" gelobte Jatuporn Promphan, daß Protestler das Hauptquartier der BMA (Bangkok Metropolitan Administration= Stadtverwaltung von Bangkok) erstürmen würden, da man nicht damit einverstanden sei, daß die BMA Tests mit dem Blut der Protestler ohne deren Einwilligung gemacht hätte und angeblich AIDS und andere gefährliche Krankheiten festgestellt hätte.

Zudem schwor Arisaman Pongruangrong, daß er Premier Abhisit Vejjajiva mittels einer Blockade mit 500 Motorrädern daran hindern würde, in sein Haus an der Soi 31 Sukhumvit zurückzukehren.

Die Rajprasong Intersection ist durch Protestler weitgehend blockiert, so daß der Zugang zu einem der wichtigsten Geschäftsviertel der Stadt nunmehr lahmgelegt ist. Die Protestler wollen ganz gezielt die großen Einkaufszentren der Stadt mit ihren riesigen Shopping Malls und Riesenkaufhäusern treffen, da die Inhaber der Geschäfte als Unterstützer der "Gelben" gelten.

Die Unruhen in Bangkok auf denTitelseiten des Thai-Zeitungen

05.04.2010

Laut Thai-Asean News Network (TAN) haben die "Roten" unter der Führung von Kwanchai Praiphana aus Udon Thani das Hauptquartier der EC (Election Commission=Wahlkommission) in der Thanon Chaeng Watthana besetzt. Laut "The Nation" wurde das Hauptquartier gegen 14:00 von etwa 100 Protestlern besetzt.

06.04.2010

Laut TAN hat eine große Gruppe von "Roten" das Hauptquartier der Demokratischen Partei an der Thanon Sethasiri umzingelt. Sie drohen zu stürmen, falls sie daran gehindert würden, am heutigen Tag auf 11 Routen durch die Stadt zu marschieren. Gleichfalls wurde eine Erstürmung des Sitzes des Ministerpräsidenten angedroht, falls der Marsch verboten werden sollte.

Die Märsche sind von CAPO (Center for Administration of Peace and Order= Zentrum der Verwaltung von Frieden und Ordnung) verboten worden und mit einer Gefängnisstrafe von einem Jahr oder 20.000 THB Geldstrafe belegt. Nach Meldung der "Bangkok Post" versuchte die Polizei die Märsche zu verhindern, worauf sie von Seiten der Protestler mit Eiern und Wasserflaschen beworfen wurde. Dies geschah insbesondere in Nähe des bekannten Four Seasons Hotel. Da seitens der Polizei vorsorglich diverse Gefängniswagen in der Nähe der Ratchaprasong Intersection und der Panfah Brücke bereitgestellt waren, wurden die Märsche vorerst abgesagt.

Nach Meldungen der TAN wurden von den Protestlern sämtliche Ein- und Ausgänge des Lumpini Parkes abgeriegelt, um in dem Park stationierte Soldaten am Eingreifen in die Auseinandersetzungen zu hindern. Die Provinzialhalle, das Zentrum der Provinzregierung von Chiang Rai, wird von "Roten" blockiert.

Nach einer Meldung von INN vom 06.04.10 (15:45) explodierte im Hauptquartier der Demokratischen Partei eine Granate, die zwei Personen verletzte. Es wurde eine 5,5 kg Bombe vor der Chulalongkorn-Universität entdeckt, die einen Zeitzünder aufwies und sich in einem Plastikbehälter befand. Die Bombe wurde von einem Expertenteam entschärft. Eine weitere M 67-Granate wurde auf ein Haus in der Thanon Phahonyothin 44 abgefeuert, zum Glück gab es keine Opfer.

Die Protestler, das Militär und ein Reporter

07.04.2010

Nach einer Meldung der "Bangkok Post" will der Premierminister von Kambodscha Hun Sen die Beziehungen zu Thailand wieder normalisieren. Nach einer Unterredung mit dem stellvertretenden thailändischen Ministerpräsidenten Suthep Thaugsuban sicherte Hun Sen am vergangenen Wochenende zu, daß der vormalige thailändische Premier Thaksin Shinawatra nicht mehr von kambodschanischen Boden aus gegen Thailand agitieren könne.

Bei einem Treffen der Mekong River Kommission in Hua Hin am vergangenen Sonntag traf sich Hun Sen sogar mit dem vorher von ihm verschmähten Aussenminister Thailands Kasit Piromya und bezeichnete ihn sogar als "alten Freund".

Nach Erstürmung der Nationalversammlung durch die "Roten" wird um 18:05 das Notstandsrecht (nicht Kriegsrecht!) über Bangkok und die Nachbarprovinzen durch die thailändische Regierung verhängt. Demnach sind Ansammlungen von mehr als 5 Personen verboten, und die Armee darf Personenkontrollen durchführen sowie Demonstranten ohne Haftbefehl festnehmen. Der stellvertretende Ministerpräsident Suthep Thaugsuban und mehrere Kabinettsmitglieder mussten nach dem Eindringen der Protestler in das Gebäude mit dem Hubschrauber flüchten. Die Erstürmung der Nationalversammlung bildet den vorläufigen Höhepunkt der seit dem 12.03.2010 anhaltenden Proteste.

Seit 23:05 sendet der Privatsender PTV nicht mehr. PTV ist der Sender der "Roten" und wurde vermutlich auf Veranlassung des stellvertretenden Ministerpräsidenten Suthep Thaugsuban abgeschaltet, im Rahmen seiner Befugnisse zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung.

Gewalt, Feuer und Waffen in Bangkok

08.04.2010

Lt. "The Nation" wurden in der Nacht zu Donnerstag gegen 01:30 eine M 79-Granate und M 16-Munition auf das TPI Polene Gebäude im Sathon Distrikt vom Rücksitz eines Motorrades abgefeuert. Bereits um 00:30 wurde der Police Sergeant Supol Khanpol, der seinen Dienst zur Bewachung des Hauptquartiers der New Politics Partei im Phra Nakhon Distrikt leistete, durch einen Angriff mit einer M 79-Granate und den Beschuss mit M 16-Munition am Arm verletzt. Der Angriff erfolgte vermutlich mit einem M 203-Gewehr, das beide Munitionsarten abschiessen kann.

Nach einer Meldung von "The Nation" wurde das Büro des Oberbefehlshabers der thailändischen Armee Anupong Paochinda im Armeehauptquartier in der Thanon Rajdamnoen in der Nacht vom 06. zum 07.04. von einer M 76-Granate beschossen. Dabei wurde ein erheblicher Schaden angerichtet. Dies war bereits der zweite Anschlag auf das Büro von Paochinda nach dem Anschlag vom 14.03. Die Granate wurde gegen 01:30 von der nahegelegenen Rama VII-Brücke abgefeuert. Ein weiterer Granatenanschlag geschah auf einen Tesco-Lotus-Markt an der Thanon Nawamin kurz nach Mitternacht. Hierbei wurden zwei Personen verletzt und erheblicher Schaden angerichtet. Eine weitere Bombe wurde am Fashion Island Shopping Centre in Nord-Bangkok entdeckt, sie konnte jedoch entschärft werden.

Die Waffen der Militärs in Bangkok

09.04.2010

Laut "The Nation" begannen die "Roten" mit Sternfahrten zu zwei Stationen von Thaicom. Die erste Sternfahrt unter Leitung von Suporn Atthawong erreichte gegen 13:10 das Büro von Thaicom an der Khae Rai Intersection an der Thanon Ratthanathibet in Nonthaburi. Bereits gegen 13:00 hatte eine Gruppe von Rothemden das Gelände der Satellitenstation von Thaicom in Lat Lum Kaew im Changwat Pathum Thani erreicht. Dort warteten sie auf den Hauptteil der Protestler unter der Leitung von Natthawaut Saikua.

Nach Meldungen von TAN haben die Rothemden das Bürogebäude inzwischen gestürmt, obwohl die Polizei mit Tränengas gegen den Durchbruch der Demonstranten vorging. Die "Roten" antworteten mit Molotow-Cocktails, die gegen das Gebäude und durch die Fenster des Gebäudes geschmissen wurden, aus dem kurz danach Rauch drang. Zwar forderte einer der Anführer der Rothemden, Jatuporn Promphan, die Demonstranten gegen 14:00 zur Ruhe auf, dennoch fuhr ab 14:30 die Armee bereits Wasserwerfer auf, da von Seiten der Protestler immer wieder Rauchgeschosse auf Soldaten geworfen wurden. Etwa 10 Demonstranten sollen nach Meldung von National Channel durch Tränengas verwundet worden sein. Gegen 14:40 durchbrachen jedoch Tausende von Demonstranten, trotz des massiven Einsatzes von Tränengas seitens der Armee, die Absperrungen um die Satellitenstation, Diese wurde von etwa 7.000 Soldaten geschützt, die unter dem Kommando des Emergency Operations Command stehen. (The Nation)

Laut Khmer Intelligence hat die Volksrepublik China starken Druck auf Kambodscha ausgeübt, die Beziehungen zu Thailand wieder zu normalisieren. China fürchtet einen zunehmenden Einfluss von Vietnam in Südostasien und nimmt an, daß Vietnam hinter dem aggressiven Verhalten des kambodschanischen Ministerpräsidenten Hun Sen gegenüber Thailand steht. China vermutet ebenfalls, daß Vietnam hinter den gewalttätigen Unruhen des Januar 2003 in Phnom Penh stand, die ebenfalls gegen Thailand gerichtet waren.

10.04.2010

TAN meldet, daß eine Gruppe von "Roten", die auf auf einem Marsch zum Hauptquartier der 1. Regionalarmee, das sich in der Thanon Rajadamnoen Nok befindet, waren, an der Misakkawan Intersection aufgehalten werden. Sie werden dabei von Soldaten mit Tränengas und Wasserwerfern beschossen. Der UDD-Anführer Kwanchai Praphana forderte weitere Verstärkungen für mögliche, anstehende Auseinandersetzungen an. Bei dem Einsatz versuchten Mönche eine lebende Schutzkette zwischen den Protestlern und den Soldaten zu bilden. Die Tränengasgranaten, die auf die Demonstranten geschossen wurden, wurden von diesen auf die Soldaten zurückgeschleudert.

Nach Meldungen der "Bangkok Post" versuchen Soldaten seit 14:00 die Blockaden der "Rothemden" an der Saphan Phan Fa und der Ratchaprasong Intersection mit Gewalt aufzulösen. Bei der Räumung der Thanon Ratchadamnoen wurden Schüsse gehört, wobei zunächst unklar blieb, wer geschossen hatte. Nach TAN wurden alle Einkaufszentren in der Ratchaprasong Area geschlossen. Die BTS (Skytrain) stellte den Betrieb ein.

Die Soldaten in Bangkok rücken vor

Gegen 20:00 eskalierte die Lage an der Si Yak Kok Woe Intersection, als Soldaten von Protestlern mit Explosivmaterial beschossen wurden. Dabei wurden 20 Soldaten verletzt. Sporadisches Gewehrfeuer sei zu hören gewesen. Die Soldaten antworteten auf die Angriffe der Demonstranten zumeist mit Gummigeschossen. Sie zogen sich in die Gegend von Tao Nao zurück.

Nach einem weiteren Bericht von "The Nation" von 20:30 hätte es bei den Auseinandersetzungen diverse Feuergefechte zwischen den Demonstranten und den Soldaten gegeben. Dabei hätten die UDD-Leute von den Soldaten während der letzten Tage erbeutete Waffen benutzt. Die "Roten" seien von ihren Anführern aufgefordert worden, bei den Gefechten mit den Soldaten Deckung zu suchen. Nach einer Meldung von TAN gab es kurz nach dem Beginn der Feuergefechte bereits den ersten Toten.

Um 23:09 gab TAN die Meldung heraus, daß es laut Erawan Emergency Center im Bereich der Thanon Ratchadamnoen bereits 8 Tote (5 davon im Central Hospital und 3 im Huachiew Hospital) und 486 Verletzte gegeben hätte, die in 15 Hospitälern behandelt werden. Nach einer Meldung von "The Nation" gegen 23:30 hätte die Anzahl der Toten 11 (davon 2 Soldaten und 9 Zivilisten) und 521 Verletzte erreicht.

Es sieht aus wie im Krieg - es ist aber keiner...

In einer Fernsehansprache am Samstagabend hatte Ministerpräsident Abhisit Vejjajiva erklärt, daß es den Soldaten nur erlaubt sei, scharf zu schiessen, wenn ihr eigenes Leben akut selbst bedroht sei bzw. wenn sie Warnschüsse in die Luft abgeben würden (TAN). In der gleichen Ansprache versprach er eine unabhängige Untersuchung der Ereignisse und wies darauf hin, daß ein Großteil der Getöteten offenbar von M79-Granaten getötet worden sei, die von beiden Seiten benutzt werde (The Nation). Nach TAN bestätigte der Armeesprecher, Colonel Sansern Kaewkamnerd, daß 5 Soldaten von den Demonstranten als Geiseln festgehalten werden. Über ihre Freilassung würden hochrangige Offiziere mit den Protestlern verhandeln.

Der schwarze Samstag

Fassen wir einmal die Ereignisse des "Schwarzen Samstag" oder der "Schlacht um Bangkok" nach einer Chronik von "The Nation" zusammen, so ergibt sich folgender Verlauf dieses für Thailand so tragischen 10.04.2010

10:40 Ca. 300 Protestler von der Saphan Phan Fa liefern sich eine Schlacht mit Polizisten an der Larn Luang Intersection.

11:30 Als Polizisten drei Haftbefehle an UDD-Leuten an der Ratchaprasong Intersection vollstrecken wollen, fällt ein Buddhabildnis zu Boden. Es zerstört dabei ein Buddhabildnis im Erawan Schrein.

11:45 Die drei Führer der UDD Wisa Khanthap, Kwanchai Praphana und Phaichit Akksornnarong informieren ihre eigenen Leute, daß Truppen bereit ständen, um die Proteste gewaltsam zu unterdrücken und auf die Saphan Phan Fa vorrücken würden. Daraufhin blockieren die Protestler fünf Zugänge zur Brücke.

Protestler und Polizisten im Nahkampf

12:50 Protestler unter Leitung von Kwanchai Praphana marschieren von der Saphan Phan Fa in Richtung des Hauptquartiers der 1. Regionalarmee in der Thanon Ratchadamnoen Nok, um die Soldaten aufzufordern, der Regierung den Gehorsam zu verweigern. Als die Demonstranten versuchen, das Gelände des Hauptquartiers zu stürmen, schliessen die Soldaten die Tore und beschiessen die UDD-Leute mit Wasserwerfern. Diese antworten mit Holzgeschossen und ziehen sich in die Gegend von Sue Bah zurück. Reporter berichten von Schusswechseln.

13:00 Reporter berichten über Zusammenstöße an der Misakkawan Intersection an der Thanon Ratchadamnoen Nok. Soldaten feuern Schüsse in die Luft, um die Demonstranten zu zerstreuen, sechs "Rote" werden verwundet. Eine Kompanie Soldaten zieht sich zum König Chulalongkorn Monument zurück, um dort weiteren Protestlern den Weg abzuschneiden. An der Makkhawan-Rangsan Intersection vor dem Gebäude der Vereinten Nationen ziehen Soldaten auf.

Ein Verwundeter wird in Bangkok versorgt

13:20 Hunderte von Bereitschaftspolizisten sind an der Ploenchit Intersection aufmarschiert. Dort fordern die Anführer der UDD die Protestler auf, Barrikaden zu bauen, um Angriffe der Polizei abwehren zu können. Von der Anführern werden Handtücher verteilt, die gegen Tränengas schützen sollen. Die Führer der UDD fordern alle "Rothemden" außerhalb Bangkoks auf, die Rathäuser ihrer Heimatgemeinden zu stürmen und dort zu tun, was immer sie wollen.

13:50 Neue Zusammenstöße zwischen Protestlern und Soldaten, als diese versuchen das Hauptquartier der 1. Regionalarmee zu stürmen. Dabei wird Tränengas eingesetzt. Die Soldaten treiben die Demonstranten in das Gebiet von Misakkawan zurück, dabei wird ein UDD-Mann verletzt.

14:00 Die Geschäfte und Kaufhäuser in der Ratchaprasong Area schliessen.

14:10 Etwa 1.000 Soldaten marschieren vom Hauptquartier der 1. Regionalarmee zur Saphan Phan Fa. Die Truppen marschieren hinter dem Ministerium für Erziehung zur Saphan Makkhawan-Rangsan. Ein Helikopter fliegt über das Gebiet. Nichtprotestler werden aufgefordert, das Gebiet sofort zu verlassen. "Rothemden" stehen an der Chitlom Intersection drei Kompanien der Border Police (Grenzpolizei) gegenüber. Die Grenzpolizei hatte sich von der Asoke Intersection hinter der Ploenchit der Chitlom Intersection genähert. Dort versuchen die "Roten" jetzt, die Polizei zurück zu treiben. Die Polizei hat nur Schutzschilder und Polizeiknüppeln.

Heftig prallen die Rothemden und die Soldaten in Bangkok aufeinander

14:20 Truppen feuern Tränengas auf Demonstranten an der Misakkawan Intersection. Am Phadung Krung Kasem Canal marschieren Truppen vorwärts und feuern mit Wasserkanonen auf die Protestler. Einige UDD-Führer auf einer Bühne werden festgenommen.

14:30 Die vier BTS (Skytrain)-Stationen Ratchadamri, Siam,Chit Lom und Phloen Chit werden geschlossen mit der Begründung, daß die Regierung vorhabe, die Demonstranten im Gebiet von Ratchaprasong zu zerstreuen.

14:35 Truppen treiben die "Rothemden" von der Saphan Makkhawan-Rangsan in Richtung der Saphan Phan Fa und beginnen mit dem Abfeuern von Tränengasgranaten. Die Protestler ziehen sich zurück, da sie keine Mittel gegen das Tränengas haben.

14:50 Truppen haben das Gelände vor dem Karusapa Auditorium am Erziehungsministerium zurückerobert. Militäroffiziere fordern die Protestler über Lautsprecher auf, das Gelände zu verlassen. Die Demonstanten stehen auf beiden Seiten des Kanals, während die Truppen vor dem Karusapa Auditorium verharren.

Die Rothemden sind entschlossen und viele an der Zahl

15:15 Der frühere Ministerpräsident Thaksin Shinawatra sendet an seine Anhänger eine SMS via TSLive mit dem Wortlaut: "Abhisit hat angeordnet, die Protestler zu unterdrücken und Leuten verboten, Protestlern zu helfen. Demokratie und Justiz müssen wahrhaft sein".

15:20 Etwa 1.000 Soldaten marschieren von der Crown Plaza (eigentlich Dusit Palace Plaza) zur Saphan Makkhawan. Die "Rothemden" versuchen, sie an einem Weitermarsch zur Chor Por Ror Intersection zu hindern. Beide Seiten stehen sich an der Saphan Makkhawan gegenüber.

15:30 Weitere Truppenverstärkungen treffen an der Brücke ein. Bewaffnet mit Schildern und Knüppeln formen sie Linien, um Personen daran zu hindern, das Gebiet zu betreten.

15:45 Ungefähr 1.000 Soldaten besetzen die Saphan Makkhawan und feuern Kugeln und Tränengas in die Luft. Die Protestler ziehen sich zurück, als sich der Rauch ausbreitet. Die Soldaten formieren sich in Reihen und marschieren in Richtung der Protestler, um das Gelände zurück zu erobern. Die Protestler kämpfen, um die Hoheit über das Gelände wieder zu erlangen. Die Soldaten gehen mit weiterer Gewalt gegen die Demonstranten vor. Die Soldaten feuern Tränengas in die Menge. Die Tränengaskanister und Tränengasgranaten werden jedoch von den "Roten" auf die Soldaten zurückgeschleudert, dabei werden viele Soldaten verletzt. Einige Soldaten befinden sich noch immer an der Saphan Phan Fa und feuern Gummigeschosse auf die Protestler und warnen diese, das Gelände zu verlassen.

Rothemden und Polizisten ringen um jeden Meter in der City von Bangkok

15:50 Thai PBS berichtet, daß Truppen Tränengasgranaten auf Protestler abfeuern. Schüsse sind bei der Live-Reportage zu vernehmen, offensichtlich wird in die Luft geschossen. Thai PBS berichtet, daß die Niederschlagung der Unruhen an der Saphan Phan Fa bis jetzt 33 Verletzte gefordert habe.

16:00 Thai PBS berichtet, daß Protestler die Truppen an der Saphan Makkhawan bekämpfen. Die Demonstranten, die mit angespitzten Bambusstöcken bewaffnet sind, fallen über die Soldaten her. Weiterhin ist der Klang von Schüssen zu hören. Später dann, daß die Truppen Gummigeschosse auf die "Roten" feuern.

16:12 Die Protestler jubeln, als sich die Truppen von der Saphan Makkhawan zurückziehen. Die UDD-Leute erobern sich ihr bisheriges Gebiet zurück und treiben die Soldaten hinter die Brücke zurück.

16:18 Thai PBS berichtet, daß sich die Truppen von der Saphan Makkhawan zur Karusapa Hall zurückziehen. Nach Berichten des Senders bläst der Wind das Tränengas in Richtung der Truppen zurück, so daß sie ihre Positionen an der Brücke nicht mehr verteidigen konnten.

17:20 Kugeln von einem M-16 Sturmgewehr werden in einem Gebiet in der Nähe der alten Siam Mall gefunden, die später geschlossen wird.

17:21 Colonel Sansern Kaewkamnerd, der Sprecher des Emergency Operations Command bestätigt, daß der stellvertretende Ministerpräsident Suthep Thaugsuban den Befehl gegeben hätte, die Proteste mit Gewalt zu brechen. Nach Sansern hätte die Niederschlagung der Unruhen am Hauptquartier der 1. Regionalarmee begonnen und sich bis zur Saphan Phan Fa hingezogen. Er gab an, daß 234 Kompanien mobilisiert worden seien, um die Unruhen zu beenden. Die Niederschlagung sei notwendig gewesen, da die Protestler nicht die Anordnungen des Ausnahmezustandes beachtet hätten, die Demonstrationen verboten hätten.

17:30 Etwa 1.000 Soldaten marschieren vom Wat Bovornnivate zur Khok Wua Intersection, um dort Protestler auseinander zu treiben.

17:55 An der Saphan Phan Fa werden Tränengaskanister auf die UDD-Leute geschleudert, die dort vor einer Bühne sitzen. Sie werden damit vertrieben.

18:00 Protestler schiessen Tränengas auf Soldaten. Die Soldaten spielen das Lied Rak Khan Wai Terd (Liebt Euch) und fordern die Demonstranten auf, das Gebiet zu verlassen.

18:22 Demonstranten versuchen Raketen auf einen Hubschrauber abzuschiessen, der das Gebiet beobachtet.

18:48 Truppen halten Leute von der Khok Wua Intersection an der Thanon Ratchadamnoen fern. Sie bereiten Tränengas- und Gummigeschossangriffe vor.

18:50 Protestler beginnen Objekte, auch Tränengaskanister, auf die heranrückenden Truppen zu werfen.

18:51 Soldaten setzen sich am Democracy Monument (Demokratiedenkmal) fest. Sie spielen ein weiteres Lied mit dem Namen Poh Luang Khong Rua (Unser geliebter Vater). Die Demonstranten äußern sich jetzt mit immer mehr Wut gegenüber den Soldaten, als sie hörten, daß viele ihrer Mitkämpfer von den Soldaten verwundet worden waren.

Rothemden, Schwarzhemden und Polizei stehen sich in Bangkok unversöhnlich gegenüber

19:00 Truppen stehen Demonstranten in der Soi Khok Wua gegenüber.

19:45 Truppen schiessen Gummiprojektile in die Luft, um Leute zu warnen.

20:00 Eine Bombe wird in eine Gruppe von Soldaten an der Khok Wua Intersection geschmissen, sie fordert zahlreiche Verletzte. Es werden weitere Schüsse und vier weitere Explosionen gehört.

20-20:15 Es werden weitere Granaten auf das Regierungsgebäude (Government House) gefeuert, die erheblichen Schaden anrichten.

21:00 Einer der Anführer des Protestes, Natthawut Saikua bietet einen Waffenstillstand an und fordert die Soldaten auf, das Feuer einzustellen, bevor die Protestler das Gebiet verlassen.

21:15 Der Sprecher des Centre for the Resolution of the Emergency Situation, Colonel Sansern Kaewkamnerd, sagt in einer Rundfunkansprache, daß die Soldaten ihre Distanz zu den Protestlern halten würden, nachdem beide Seiten das Feuer eingestellt hätten.

21:40 Die Führer der UDD lehnen Gespräche mit der Regierung ab und nennen Ministerpräsident Abhisit Vejjajiva einen "Tyrannen".

23:00 Es sind 12 Tote benannt (zwei Soldaten, neun Protestler und ein Fotograf) und 520 Verletzte.

Nach Berichten der Reporterin Joyceline Gecker von AP werden folgende Angaben über die Opfer auf newsvine.com gemacht: 21 Tote (4 Soldaten, 17 Zivilisten [Angaben nach Erawan Emergency Center] sowie 874 Verletzte. Bei dem getöteten ausländischen Kameramann handelt es sich um den Japaner Hiro Muramoto von der Reuters News Agency.

Wird nächste Ausgabe fortgesetzt

Ja, warum - wir sind doch alle Thais - weint der grosse Chang


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